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Luc de Baets über „Carp Gypsies“

Heute Morgen haben wir eine sehr schöne Mail von Luc de Baets (De Dunne Lijn) erhalten. Ein Mail, die wir nie vergessen werden.

Er hat uns viel geschrieben und war begeistert von „Carp Gypsies“. Einen Satz von ihm, der das Buch sehr gut beschreibt, will ich hier teilen (übersetzt aus dem Flämischen):

„Dieses Buch ist eine Ode an die Schönheit des Angelns, des Lebens und der Liebe, an den Mut einfach auszubrechen und seinen eigenen Weg zu gehen.“

 

 

 

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Zwei Jahre Carp Gypsies

 

Vielleicht ein paar Monate, eventuell sogar ein ganzes Jahr. Ich hatte damals wirklich überhaupt keine Vorstellung, wie lange wir als Angel-Aussteiger durch die Lande ziehen würden. Und jetzt ist es genau zwei Jahre her, dass wir dem Vermieter die Wohnungsschlüssel in den Briefkasten geschmissen haben. Und in diesen zwei Jahren hat sich unsere Schnapsidee zu einem Wachtraum entwickelt. Der Absprung aus dem Nest ist geglückt, die Schwingen haben uns tatsächlich fliegen lassen. Und so gleiten wir einfach weiter über die grünen und blauen Flächen des Abenteuerlandes. Manchmal drehen wir uns mit etwas Aufwind an einer Felswand hoch empor und wir genießen den Ausblick von ganz oben. Ab und zu erfasst uns aber auch ein Unwetter und wir müssen uns mit feuchten Federn in einer klammen Höhle verstecken. Auch wenn das Fliegen nicht immer nur traumhaft ist, Langeweile spürt man dabei ganz sicher nicht. Und so denkt man während des Gleitflugs kaum über die Rückkehr ins sichere Nest nach.

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Durch die letzten zwei Jahre habe ich auch ein wenig gelernt von Tag zu Tag zu leben: Ohne verbindliche Pläne und mit einer Portion Flexibilität sich von Erwartungen frei zu machen und sich nicht selbst zu limitieren! Noch vor zwei, drei Jahren war ich das komplette Gegenteil: Sonntag Abend bekam ich den Trainingsplan geschickt und plante gleich durchschnittlich 15 Stunden Training in das Berufsleben mit ein. Nach nur ein paar Minuten wusste ich ganz genau, was ich wann die kommende Woche machen würde. Schwimmen, frühstücken, arbeiten gehen, in der Mittagspause laufen, arbeiten und abends noch angeln fahren. Nein, ich bin mir ganz genau bewusst, was wir da gerade für ein Luxusleben führen. Denn freie Zeit ist wirklich unbezahlbar! Während unserer freiverfügbaren Zeit lümmeln wir natürlich nicht nur rum, sondern haben so ganz nebenbei auch ein eigenes Buch geschrieben. Damit wurde ein lebenslanger Traum war! Und jetzt genau zwei Jahre nach unserem „Ausstieg“, könnte die Euphorie über diese Entscheidung kaum größer sein!

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Luc de Baets (Autor des grandiosen Buches „De Dunne Lijn“) sagte auf der Carp Zwolle immer wieder, dass wir uns gegenseitig jeden Tag erinnern sollten, wie viel Glück wir miteinander haben und was unser Lifestyle für ein Privileg ist. Als er dann noch ein Buch kaufte und er meinte, dass wir das schönste Karpfenanglerbuch geschaffen haben, spürten wir wieder diesen Aufwind! Nein, es ist wirklich überhaupt nicht schlimm vom einsamen und ruhigen Angel-Aussteigerleben zurück in den Messetrubel zu kommen. Es ist wirklich schön sich mit anderen auszutauschen und zusammen diesen freien Lifestyle des Angelns zu zelebrieren. Spätestens als wir dann noch ein Buch für den 70ten Geburtstag des legendären Pete Springate widmen durften, wussten wir, dass „Carp Gypsies“ jede Mühe Wert gewesen war.

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Allen, die uns auf den Messen besucht haben, die unseren Trip folgen oder die ein Buch gekauft haben, möchten wir deswegen auch ganz herzlich danken! Ihr seid Teil dieses Abenteuers!
Bis bald (und dann hoffentlich wieder vom Wasser),
Alex & Caroline

Danke!

Am besten sind die Reaktionen.
Wöchentlich bekommen wir mehrere Emails voller lieber Worte und Komplimente.
Wir sind froh, dass unser Buch so gut ankommt und wollen euch dafür ganz herzlich danken!
Alles Liebe,
Alex & Caroline

Winter & Angeln

“Der Winter ist die Zeit für dicke Fische und fette Bücher.”
(A. Kobler)

Nehmt doch mal ab und zu eine Auszeit von der schnelllebigen und reizüberflutenden Welt des Internets und gönnt Euch ein schönes Buch.

Das sei für ihn “quality time”, schrieb uns heute ein netter Leser. Nur wenn er für das Buch auch wirklich Zeit habe, schaue er es sich an und lasse sich von jeder Seite überraschen. Absolutes Unding sei es für ihn, unser toll bebildertes Buch einfach durchzublättern.
Wenn so etwas von einem der besten und bekanntesten Angelfotografen Deutschlands kommt, macht uns das natürlich glücklich und auch ein wenig stolz.

Gönnt Euch auch “Carp Gypsies” und lasst Euch überraschen. Und falls ihr es schon habt, dann möchten wir Euch hiermit sehr herzlich danken. Vielleicht habt ihr ja Lust, eure Eindrücke über das Buch hier zu hinterlassen: Reaktionen auf unser Buch.

Danke!

Wir wünschen Euch ein frohes neues Jahr.

Alles Liebe und Gute,
Carp Gypsies
Caroline & Alexander

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Es weihnachtet bald

Hallo,

Gerade kommt oft die Frage, ob denn eine Bestellung noch rechtzeitig bis zum Weihnachtsfest kommt.

Wir versprechen, dass jede Bestellung, die bis zum Sonntag den 20. Dezember bezahlt wird, spätestens Montag morgens (21.12.) mit DHL zu Ihnen versendet wird.

Liebe Grüße,
Caroline und Alexander

PS: Das Bestellformular für das Buch befindet sich im oberen Menü (Carp Gypsies-Das Buch)

 

Chaos-Tage III

Der rote Streifen des Rostschutzes der Lagerhallentüre war selbst im dämmrigen Laternenlicht noch gut zu sehen, da half auch kein Reiben mit Spucke oder sonstige Polierversuche. Jeans Kotflügel hatte wirklich etwas abbekommen. Doch darüber verschwendeten wir jetzt nicht zu viel Gedanken. Für Jean war die Hilfe so selbstverständlich, als ob wir beide bei den Hells Angels wären. Ja, es gibt genug solcher Karpfenangler. Für sie zählt die Gemeinschaft mehr als ein verkratzter Kotflügel. Bevor er sich über dieses Blechstück Sorgen machen würde, dachte er an unser kaputtes Vehikel in der Pampa, Hund Chico verlassen irgendwo auf den Weiden und Caroline verstört und verlassen im Colossus Zelt am Ufer des 5000 Hektar Sees.

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Zurück am Hafen ließen wir die Luft aus dem verdreckten 330er und packten es zusammen mit dem Benzinmotor und Tank auf die Rücksitzbank seines gepflegten Toyotas. Es war finstere Nacht als wir auf dem schicksalshaften Feldweg die üppigen Einkäufe aus dem VW-Bus in den Toyota packten. Den schräg am Graben geparkten T5 ließen wir einfach hinter uns und fuhren weiter Richtung See. Immer wieder pfiff und rief ich aus dem Fenster, in der Hoffnung dass der kleine, schwarzweiße Strolch irgendwo auftauchen würde. So wenig Hoffnung Jean auch hatte, so überraschter waren wir, als Chico auf einmal aus den Ginsterbüschen hervorkam, als wir auf einen Weidenzaun zufuhren. Ängstlich ließ er sich gleich packen und mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Die Sorge um ihn war größer gewesen als um den doofen Bus. Endlich, nach halbstündiger Fahrt über die Schnellstraße und ebenso langem Geholper über den typisch spanischen Feldweg (camino) kamen wir in der großen Bucht an, von der es nur noch eine Überfahrt von gut einem Kilometer bis zum Angelplatz war. Dort pumpten wir das Schlauchboot wieder auf und knatterten mit dem Benziner zurück zu Caroline. Die hatte unser Camp komplett aufgebaut und war scheinbar noch immer verzweifelt über unsere Lage. Doch hatte sie ihr Strahlen schnell zurück als sie Chico erblickte. Nach Tränen der Freude aßen wir zu viert noch einen Happen und legten uns wenig später komplett erschöpft in die Fallen.

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Am nächsten Tag regnete es wie aus Eimern. Trotz der wirklich chaotischen Situation bereiteten wir einen großen Futterplatz in der bisher sehr erfolgreichen Tiefe von 13 Meter vor. Doch mussten wir dafür sage und schreibe 400 Meter weit raus. Boah, auch der Angelplatz war also falsch gewählt. Ein Platzwechsel kam aber in unserer Situation natürlich nicht in Frage und es musste einfach hier klappen, in welcher Entfernung auch immer, schließlich wollte Wulf Plickat uns eine knappe Woche lang filmen. Doch wie gesagt, mit einer kaputten Kupplung oder schrottem Getriebe an einem VW-Bus wirklich mitten im Nirgendwo hatten wir andere Sorgen als Karpfenangeln.

Es war surreal. Tatsächlich stand Wulf in der Abenddämmerung an einer Bushaltestelle mitten in der Extremadura. Ich weiß nicht mehr wie oft ich mit diesem Herrn schon etwas Ähnliches geplant und wie oft es in letzter Minute nicht geklappt hatte. Sei es wegen einem abgelaufenem Personalausweis, einem kurz vorher passierten Autounfall oder dem erkälteten Hund einer Bekannten. Immer schien dem talentierten Menschen aus Hamburg etwas dazwischen gekommen zu sein. Und jetzt, nach ein paar Flugstunden von Berlin und fünfstündiger Busfahrt durch dutzende Dörfer, stand er da, mit seinem großen Koffer und einem Pelicase. So unglaublich das Ganze war, so groß war die Freude. Und besser könnte die Ausgangssituation für einen Film nicht sein, meinte Wulf, mit einer Katastrophe muss es beginnen, „gaaanz vorzüglich“… Sein schelmisches Lachen hallte durch die Gasse vor dem spanischen Supermarkt und Jean war von Wulfs Art ganz gleich angetan.

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Ich will von den folgenden Tagen gar nicht so viel vorwegnehmen und überlasse das der Interpretationssache von Wulf. In Kürze: Am folgenden Tag schleppten wir den VW-Bus mit Jeans Toyota rückwärts über den Feldweg zur Hauptstraße, von dort ging es weiter mit dem Abschleppdienst zur fünfzig Kilometer entfernten Werkstatt, die nach ein paar Tagen einen Schaden an der Antriebswelle feststellte und später für schlappe 270 Euro reparierte. Unser belgischer Kumpel Jo kam zufällig zu diesem Zeitpunkt am See an. Nachdem er 24 Stunden aus Belgien durchgefahren war, musste er noch Caroline, Chico, Wulf und mich plus das Material für drei Personen auf zwei Mal fünfzig Kilometer weit zum reparierten VW-Bus fahren. Von dort aus brachte er Wulf am folgenden Morgen auch noch zum Bus Richtung Madrid Flughafen. Ein echtes Happy End, nach fettigem Essen mit den Locals im Dorf und endlich wieder einer Nacht mit gutem Schlaf in einer Pension, nach einer ereignisreichen Woche während derer ich auf dem Boden schlief, weil Wulf meine Liege hatte.

Ende gut, alles gut.

Grüße
Carp Gypsies
Caroline, Alex und Chico

PS: Habe ich wirklich eine dreiteilige Kolumne geschrieben, ohne dass darin auch nur ein Fisch erwähnt wurde? War keine Absicht und will nicht heißen, dass wir nichts gefangen haben. Aber wie gesagt, wir hatten andere Sorgen…

 

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