Alle Beiträge von Carp Gypsies

PhD in Biology, photographer and passionate angler.

Es weihnachtet bald

Hallo,

Gerade kommt oft die Frage, ob denn eine Bestellung noch rechtzeitig bis zum Weihnachtsfest kommt.

Wir versprechen, dass jede Bestellung, die bis zum Sonntag den 20. Dezember bezahlt wird, spätestens Montag morgens (21.12.) mit DHL zu Ihnen versendet wird.

Liebe Grüße,
Caroline und Alexander

PS: Das Bestellformular für das Buch befindet sich im oberen Menü (Carp Gypsies-Das Buch)

 

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Chaos-Tage III

Der rote Streifen des Rostschutzes der Lagerhallentüre war selbst im dämmrigen Laternenlicht noch gut zu sehen, da half auch kein Reiben mit Spucke oder sonstige Polierversuche. Jeans Kotflügel hatte wirklich etwas abbekommen. Doch darüber verschwendeten wir jetzt nicht zu viel Gedanken. Für Jean war die Hilfe so selbstverständlich, als ob wir beide bei den Hells Angels wären. Ja, es gibt genug solcher Karpfenangler. Für sie zählt die Gemeinschaft mehr als ein verkratzter Kotflügel. Bevor er sich über dieses Blechstück Sorgen machen würde, dachte er an unser kaputtes Vehikel in der Pampa, Hund Chico verlassen irgendwo auf den Weiden und Caroline verstört und verlassen im Colossus Zelt am Ufer des 5000 Hektar Sees.

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Zurück am Hafen ließen wir die Luft aus dem verdreckten 330er und packten es zusammen mit dem Benzinmotor und Tank auf die Rücksitzbank seines gepflegten Toyotas. Es war finstere Nacht als wir auf dem schicksalshaften Feldweg die üppigen Einkäufe aus dem VW-Bus in den Toyota packten. Den schräg am Graben geparkten T5 ließen wir einfach hinter uns und fuhren weiter Richtung See. Immer wieder pfiff und rief ich aus dem Fenster, in der Hoffnung dass der kleine, schwarzweiße Strolch irgendwo auftauchen würde. So wenig Hoffnung Jean auch hatte, so überraschter waren wir, als Chico auf einmal aus den Ginsterbüschen hervorkam, als wir auf einen Weidenzaun zufuhren. Ängstlich ließ er sich gleich packen und mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen. Die Sorge um ihn war größer gewesen als um den doofen Bus. Endlich, nach halbstündiger Fahrt über die Schnellstraße und ebenso langem Geholper über den typisch spanischen Feldweg (camino) kamen wir in der großen Bucht an, von der es nur noch eine Überfahrt von gut einem Kilometer bis zum Angelplatz war. Dort pumpten wir das Schlauchboot wieder auf und knatterten mit dem Benziner zurück zu Caroline. Die hatte unser Camp komplett aufgebaut und war scheinbar noch immer verzweifelt über unsere Lage. Doch hatte sie ihr Strahlen schnell zurück als sie Chico erblickte. Nach Tränen der Freude aßen wir zu viert noch einen Happen und legten uns wenig später komplett erschöpft in die Fallen.

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Am nächsten Tag regnete es wie aus Eimern. Trotz der wirklich chaotischen Situation bereiteten wir einen großen Futterplatz in der bisher sehr erfolgreichen Tiefe von 13 Meter vor. Doch mussten wir dafür sage und schreibe 400 Meter weit raus. Boah, auch der Angelplatz war also falsch gewählt. Ein Platzwechsel kam aber in unserer Situation natürlich nicht in Frage und es musste einfach hier klappen, in welcher Entfernung auch immer, schließlich wollte Wulf Plickat uns eine knappe Woche lang filmen. Doch wie gesagt, mit einer kaputten Kupplung oder schrottem Getriebe an einem VW-Bus wirklich mitten im Nirgendwo hatten wir andere Sorgen als Karpfenangeln.

Es war surreal. Tatsächlich stand Wulf in der Abenddämmerung an einer Bushaltestelle mitten in der Extremadura. Ich weiß nicht mehr wie oft ich mit diesem Herrn schon etwas Ähnliches geplant und wie oft es in letzter Minute nicht geklappt hatte. Sei es wegen einem abgelaufenem Personalausweis, einem kurz vorher passierten Autounfall oder dem erkälteten Hund einer Bekannten. Immer schien dem talentierten Menschen aus Hamburg etwas dazwischen gekommen zu sein. Und jetzt, nach ein paar Flugstunden von Berlin und fünfstündiger Busfahrt durch dutzende Dörfer, stand er da, mit seinem großen Koffer und einem Pelicase. So unglaublich das Ganze war, so groß war die Freude. Und besser könnte die Ausgangssituation für einen Film nicht sein, meinte Wulf, mit einer Katastrophe muss es beginnen, „gaaanz vorzüglich“… Sein schelmisches Lachen hallte durch die Gasse vor dem spanischen Supermarkt und Jean war von Wulfs Art ganz gleich angetan.

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Ich will von den folgenden Tagen gar nicht so viel vorwegnehmen und überlasse das der Interpretationssache von Wulf. In Kürze: Am folgenden Tag schleppten wir den VW-Bus mit Jeans Toyota rückwärts über den Feldweg zur Hauptstraße, von dort ging es weiter mit dem Abschleppdienst zur fünfzig Kilometer entfernten Werkstatt, die nach ein paar Tagen einen Schaden an der Antriebswelle feststellte und später für schlappe 270 Euro reparierte. Unser belgischer Kumpel Jo kam zufällig zu diesem Zeitpunkt am See an. Nachdem er 24 Stunden aus Belgien durchgefahren war, musste er noch Caroline, Chico, Wulf und mich plus das Material für drei Personen auf zwei Mal fünfzig Kilometer weit zum reparierten VW-Bus fahren. Von dort aus brachte er Wulf am folgenden Morgen auch noch zum Bus Richtung Madrid Flughafen. Ein echtes Happy End, nach fettigem Essen mit den Locals im Dorf und endlich wieder einer Nacht mit gutem Schlaf in einer Pension, nach einer ereignisreichen Woche während derer ich auf dem Boden schlief, weil Wulf meine Liege hatte.

Ende gut, alles gut.

Grüße
Carp Gypsies
Caroline, Alex und Chico

PS: Habe ich wirklich eine dreiteilige Kolumne geschrieben, ohne dass darin auch nur ein Fisch erwähnt wurde? War keine Absicht und will nicht heißen, dass wir nichts gefangen haben. Aber wie gesagt, wir hatten andere Sorgen…

 

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Chaos-Tage II

Dem Pech folgte noch größeres Unglück. Unser neues Carp Gypsies Mitglied, Hund Chico von der Straße, fiel beim Losfahren aus dem Boot, schwamm panikartig an Land und rannte wie vom Teufel besessen dem Auto der zwei Spanier hinterher. Binnen weniger Sekunden war er aus unserem Sichtfeld und kein Schreien der Welt half ihn zurück zu holen. Trauer mischte sich zur Hoffnungslosigkeit und uns blieb nach einer halben Stunde des Wartens nichts anderes übrig als zurück zum Angelplatz zu fahren.

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Da lag er, der Haufen Besitz, der uns am Ufer des 5000 Hektar Sees fesselte. Unser neuer Hund schon wieder weg und das kaputte Auto einen halben Tagesmarsch entfernt am Rande eines Feldwegs im Nirgendwo. Es war einer dieser Momente die so zum Schreien sind, dass man ruhig wird, mit der Kinnlade weit offen und dem Blick in die Leere. Wir wollten der Situation nur noch entfliehen anstatt unser Lager zum Angeln aufzubauen. Das meiste war ja noch in den Booten, mit denen ich nur wenige Stunden zuvor noch hochmotiviert von der alten Angelstelle vier Kilometer entfernt über den See gefahren war. Doch von der Motivation zum Angeln fehlte jetzt jegliche Spur. Also luden wir das halb aufgebaute Zelt wieder ins Packboot und wollten zu ein paar Fincas fahren, um dort Chico zu suchen, unter Bäumen zu schlafen und am nächsten Tag einen Plan zu machen, wie wir das Material vom See weg schaffen und das Auto zu einer Werkstatt bekommen konnten. Außerdem mussten wir Wulf Plickat schnellstens absagen, war er doch schon halb auf dem Weg zum Flieger von Berlin nach Madrid, um uns am mystischen See zu besuchen und uns zu filmen. Denn wie sollten wir ihn von der Bushaltestelle abholen, die zwar fast direkt am See anhielt, aber für uns und Wulf mit seinem Koffer einen Fußmarsch von circa fünfzig Kilometer bedeutete. Unser VW-Bus hatte sich wirklich ein bescheidenes Timing und einen genau so bescheidenen Platz ausgesucht, um das kuppeln der Gänge zu verweigern. Es war wirklich zum Heulen.

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Auf einmal kam Jean heranspaziert. Wir hatten den sympathischen Holländer schon im Frühjahr 2014 kennengelernt, er saß ein paar hundert Meter neben uns und kam jetzt wirklich wie gerufen. Er war sehr verwundert, dass wir kaum am Platz angekommen, schon wieder abfahren wollten. Unsere Geschichte war schnell erzählt und genauso schnell überzeugte er uns, dass es Quatsch war jetzt vorschnell einzupacken. Im Gegenteil, er würde gerne mit uns ein paar Tage zusammen angeln und uns mit unseren Problemen helfen, mit dem Auto genauso wie dass er Wulf von der Bushaltestelle abholen und zum See bringen wollte. Leicht apathisch ließen wir uns überreden, nahmen sein Angebot an und schritten auch gleich zur Tat. In Windeseile räumten wir das Boot leer, mit dem Jean und ich noch vor dem Dunkelwerden fünfzehn Kilometer Richtung Hafen fahren wollten, um dort seinen Geländewagen zu holen, der in einer Lagerhalle von einem Karpfenguide sicher geparkt stand. Während wir in der Abenddämmerung mit dem 8 PS Benziner und 330er Schlauchboot über den 5000 Hektar See bretterten, wollte Caroline unser Lager errichten.

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Im Hafen angekommen, zogen wir das Boot an Land und joggten im Dunkeln zu der Lagerhalle. Doch dem halbwegs geglückten Plan stand ein fünftüriger Land Rover im Wege. Der Guide hatte seine Karre in der Halle genau vor den Ausgang gesetzt. Kein Rütteln und Schütteln half, die angezogene Handbremse hielt den Wagen wie ein Fels in der Brandung. Telefonisch erreichen konnten wir auch niemand, der einen Schlüssel für den Land Rover hatte. Jean überblickte die Situation scheinbar routiniert und meinte, dass wir schräg an der Karre vorbei aus der Halle fahren konnten. NIEMALS, sagte ich, waren es ja wirklich keine zwei Meter Platz zwischen Land Rover und verrosteter Lagerhallenschiebetüre. Doch schien Jean Abenteuerblut geleckt zu haben und wollte wirklich versuchen im 45 Grad Winkel heraus zu manövrieren. Das klappte auch erstaunlich gut – mit einem Zentimeter links und rechts Platz – bis das rechte Hinterrad über den erhöhten Ausgang rollte, das Auto nach rechst kippelte und – quiiiietsch – an der Schiebetüre hängenblieb. Kotflügel verkratzt, Spritzblech verbogen und ich rote Backen vor Scham. In was hatte ich ihn da nur reingezogen? Jean schien es aber locker zu nehmen (ich wäre bei dem Lackschaden am nagelneuen Toyota Hilux ausgerastet) und – quietsch – fuhr er einfach weiter bis der Wagen aus der Garage rollte…

Chaos Tage I

Die letzten drei Wochen waren heftig, vor allem stressig und weit außerhalb der Komfortzone.

Es begann mit einer Ratte im Lüftungssystem und Armaturenbrett des Autos. Wir kamen gerade mit unseren zwei Booten von einer Woche Angeln am 5000 Hektar Stausee in der Extremadura zurück zum Auto, als Caroline überall in unserem Auto, auch auf unserem Bett (!), dicke, schwarze „Reiskörnchen“ entdeckte.

Der Ekel war sofort da. Eine Ratte war von außen ins abgeschlossene Auto gekommen! Doch zu sehen war von ihr nichts. Also beluden wir den T5 und fuhren zu einem Campingplatz, auf dem wir unser Carp Gypsies Buch (in Ruhe) zum Abschluss bringen wollten. Ganze sechs Tage lang wütete dort das Vieh in unserem Auto – während derer wir darin schliefen. Wir waren gegen den stattlichen Nager wirklich hilflos. Fakt war, dass das Biest außerhalb unserer Reichweite, im Lüftungssystem unterhalb der Windschutzscheibe, hinter dem Armaturenbrett und im Motorraum sein neues Heim eingerichtet hatte. Und gleich zu Anfang unserer Rattenjagd begann ich einen großen Fehler: Ich stellte eine viel zu kleine Mausefalle im Batteriefach des Autos (wo sie sich anscheinend besonders gerne aufhielt), die prompt zuschnappte, aber nicht mehr als einen Klaps auf ihre Nase verursachte. Von diesem Moment an war die Ratte gewarnt und ließ sich von den später gekauften Rattenfallen nicht mehr reinlegen.

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Rattengift kam nicht in Frage. Man stelle sich mal eine tote Ratte im Lüftungssystem des Autos vor… Also spritzten wir irgendwann zuerst Insektizide, dann eine komplette Dose Pfefferspray in die Lüftung – mehr als ein panikartiges Rumpeln durch die Lüftungskanäle erzeugte das aber nicht. Dann lockten wir Katzen ins Auto, in der Hoffnung, dass sie das Vieh nachts erlegen würden. Tatsächlich biss aber die Ratte eine Katze und nicht andersrum. Jaulend rannte die Katze über den Campingplatz. Als wir bemerkten, dass die Ratte einen Kontakt der Autobatterie annagte, brach Panik aus. Nicht vorzustellen, welche Kabel oder Schläuche sie sonst noch bearbeitete! Also räumten wir die komplette Karre aus, stopften alles ins Colossus Zelt, bauten die Armaturen weg (würden wir sie jemals wieder zusammen bekommen?) und entdeckten diverse Vorratslager aus Müsliriegel, zum Beispiel hinter dem Handschuhfach, vor allem aber Händevoll Kot und überall Flecken von Urin. Die Ratte versteckte sich aber weiterhin geschickt im Lüftungstunnel.

IMG_4414Doch ohne ihren Vorrat war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie unvorsichtiger werden musste. Und da fiel mir die hausgemachte Dosenwurst von Birkulator in unserer Vorratskiste ein. Damit bestückten wir die äußerst starke Rattenfalle vom spanischen Eisenwarenhändler im Fußraum des VW’s, während wir im Zelt schliefen. Bammm – tatsächlich, auch die spanische Ratte konnte schwäbischer Lyoner nicht widerstehen und es war um unseren neuen Mitbewohner geschehen. Im Mondlicht begruben wir das stattliche Exemplar am Ausgang des Campings und freuten uns endlich mal wieder eine Nacht beruhigt durchzuschlafen.

IMG_4541Am nächsten Tag, ich war gerade wieder zehn Kilometer entlang einer stark befahrenen Schnellstraße gefahren, um eine zuverlässige 3G-Verbindung für die Hotspotfunktion des Iphones und einen Datenverkehr für unser Buch zu erhaschen, lief mir ein sehr abgemagerter und kleiner, schwarzweißer Hund über den Weg. Der junge Hund war komplett traumatisiert, extrem ängstlich und irgendwas sagte mir, dass ich mich um ihn kümmern sollte. Er hatte kein Halsband und sah wirklich miserabel aus, legte sich sofort hilflos auf den Rücken und schloss die Augen, als ich auf ihn zulief. Vorsichtig nahm ich ihn auf, legte ihn neben mir auf den Beifahrersitz und fuhr Richtung Camping. Ein Regenbogen tauchte am dunklen Himmel auf und ich wusste, dass ich das Richtige tat (und konnte mir eine kleine Träne des Mitleids und des Glücks nicht verkneifen). Caroline empfing uns herzlich und wir freuten uns über den kleinen Ratonero Mischling im (scheinbaren) Tausch gegen die erlegte Ratte.

IMG_4450Kaum war das Buch (fast komplett) abgeschlossen, machten wir uns zu dritt zum Angeln an den 5000 Hektar Stausee. Der Frieden hielt allerdings keine Woche. Caroline war zum Einkaufen gefahren, während Hund Chico und ich den Materialberg in die zwei 330er Schlauchboote packten, um ihn vier Kilometer weiter nördlich wieder aufzubauen. Ich fing gerade an das Zelt aufzustellen, als ich eine SMS von Caroline bekam, dass sie mit dem Auto in einer halben Stunde in der großen Bucht ankommen würde, wo ich sie abholen sollte. Also startete ich den Benzinmotor und fuhr zusammen mit Chico dorthin und wartete. Doch auch nach einer Stunde war noch keine Spur von Caroline zu sehen. Handyempfang hatte ich dort leider keinen und fuhr deshalb zurück zum Angelplatz, wo ich auch gleich eine SMS von Caroline erhielt: „Ich bin in der Bucht. Zwei Spanier haben mich gefahren. Das Auto ist kaputt! Ich kann nicht mehr. Wahrscheinlich wieder das Getriebe! Das darf nicht wahr sein! Es tut mir so leid.“

Ich lese es nochmal, um sicher zu sein, dass ich nicht träume und fahre wieder in die Bucht. Die Lage war wirklich nicht besonders. An einem steilen Hang auf einem Killerfeldweg musste Caroline zurück in den Ersten schalten, worauf ein ratterndes Geräusch ertönte. Wirklich alle Gänge waren ihr flöten gegangen – eine gute Stunde zu Fuß von der Bucht entfernt und genauso weit weg von einer betonierten Straße. Zum Glück fuhr in diesem Moment ein Auto hinter ihr und zwei Jungs brachten sie ans Seeufer. Die Ärmste war komplett aufgelöst, die leckeren Einkäufe, das nötige Wasser und ein paar andere wichtige Dinge befanden sich noch im Auto. Wir waren gefangen zwischen zwei Welten, die kaum vereinbar schienen: Ein kaputter VW-Bus irgendwo in der Pampa und mehr als eine halbe Tonne Material am See.

Doch was nun? Die Lust, sich gemütlich an einem neuen Angelplatz einzurichten, fehlte vollkommen. Den Materialberg einfach alleine lassen und uns ums Auto kümmern, konnten wir aber auch nicht. Mit einem Stirnrunzeln und einem verzweifelten Blick bedankten wir uns bei den zwei Spaniern, stiegen ins Boot und fuhren zu unserer neuen Angelstelle…

Carp Gypsies, das Buch

Als ich 1995 als Jungspund bei einem Frankreichtrip zwei Engländer kennenlernte, die für ihren dreimonatigen Trip einfach den Job gekündigt und ihre Familien Zuhause gelassen hatten, dachte ich nur, dass sie komplett übergeschnappt waren. In Unterhosen (der eine in einer roten, der andere in einer gelben), braungebrannt und mit einem Geruch, der an Zirkuspferde erinnerte, erzählten die Beiden mit Glanz in den Augen von ihrem bisherigen, zweimonatigen Blank am Cassien von Januar bis März. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und kaum waren sie weg, begannen mein Freund Stefan und ich laut zu lachen. Was für zwei verrückte Vögel dachten wir: „Mann, sind die krank! Ha-hahaha…“. Und jetzt, zwanzig Jahre später, sitze ich hier am 2000 Hektar Stau, schreibe diese Zeilen und bin seit fast zwei Jahren zusammen mit meiner Freundin unterwegs im Zeichen des Karpfens. Vielleicht sollte ich mir demnächst mal eine rote oder gelbe Unterhose kaufen, für das gewisse „Extrafeeling“.

Ja, die Geschichte von Caroline und mir ist die eines Pärchens, das verrückt genug war, um am 1. Februar 2014 einfach alles hinter sich zu lassen und den Traum vieler Karpfenangler zu leben. Was uns seitdem alles passiert ist, verarbeiten wir in unserem Buch „Carp Gypsies“, das ab Ende November 2015 erhältlich sein soll. Krasse Erlebnisse, unglaubliche Schwierigkeiten und unfassbares Glück, tiefgehende Gedanken übers Karpfenangeln, aber auch unsere Herangehensweise, um gute drei Dutzend Vierziger und drei Fünfziger aus öffentlichen Gewässern in Frankreich, Spanien und Italien zu fangen, füllen das 300 Seiten starke Buch.

„Carp Gypsies“ feiert ein Buch zu sein: 27 x 23 Zentimeter groß und 1,7 Kilo schwer. Es wird ein richtiger „Schinken“. Das Papier ist besonders qualitativ, 150 Gramm stark und FSC-zertifiziert (aus nachhaltiger Forstwirtschaft). Besonders viel Platz geben wir den 333 Fotos, von denen die meisten bisher unveröffentlicht sind. Ganz nach unserem ursprünglichen Gedanken, keine Perlen zwischen das „bunte Glas“ im Internet zu werfen. Und so wird auch der Inhalt etwas ganz Besonderes. Es ist keine Mischung aus kurzen Geschichten, sondern eine Reise, die immer intensiver wird und den Leser immer wieder mitreißt, um sich an wunderbaren Orten wiederzufinden. Carp Gypsies kann man schwer in Worte fassen, es ist ein echtes Buch, das gelesen werden will, von Anfang bis Ende. Es ist fesselnd, intensiv und wir haben ihm unseren ganz eigenen Stempel aufgedrückt, unabhängig und frei wie das Leben beim Karpfenangeln. Wir haben es selbst geschrieben, kommen ohne Gastkapitel aus, haben bei der Gestaltung mitgearbeitet, es selbst verlegt und wollen es (zuerst noch) selbst vertreiben. Wir haben wirklich alles gegeben, um zufrieden und stolz auf dieses Buch zu sein. Und trotzdem soll sich unser Buch nicht mit anderen messen. Es soll ganz einfach seinen Beitrag zu den deutschen Karpfenbüchern leisten, nicht im Wettbewerb, sondern ergänzend, genauso wie wir auch das Karpfenangeln sehen, frei von Wettkampf und mit ganz viel Gefühl.

Freut Euch mit uns auf ein leidenschaftliches Karpfenangelbuch mit einer ordentlichen Portion Style und Liebe fürs Karpfenangeln. Freut Euch auf „Carp Gypsies“, die Geschichte eines gelebten Traums, voll Freiheit an sagenhaften Gewässern und Fängen von unglaublich schönen Karpfen.

Alex und Caroline

HIER GEHT ES ZUM BUCH

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Artikel im Spiegel Magazine 52

Hallo,

Dieser Artikel ist vergleichbar mit unserem Carp Gypsies Bericht in der CHM 77 – aber auf Niederländisch im populären Spiegel Magazine.

Wir hatten ihn im tiefsten Winter der Extremadura am 5000 ha+ Gewässer geschrieben.

SPM-52_86-91_Alexander Kobler

Veel plezier ermee,
Alex en Caroline